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Was sich im Bad zu notieren lohnt

Unter dem Waschbecken steht bei den meisten Menschen mehr, als sie glauben, und im Keller steht der Rest davon. Das Bad ist dabei der einzige Raum, in dem fast alles verbraucht wird: Der Inhalt wird von allein weniger, ohne dass jemand entscheidet. Eine vollständige Bestandsliste hilft hier deshalb nicht. Was hilft, ist eine sehr kurze Notiz zu zwei Fragen – was kaufst du regelmäßig doppelt, und wo lagern die Vorräte wirklich? Zwei Arten von Fehlkauf erklären fast alles, was sich im Unterschrank stapelt.

Doppelt gekauft ist hier die Regel

Der erste Fehlkauf entsteht in der Drogerie. Du stehst vor dem Regal und weißt nicht, ob zu Hause noch Zahnpasta da ist. Also nimmst du sicherheitshalber eine mit. Zu Hause liegen dann vier, und beim nächsten Mal passiert dasselbe, weil sich an der Ausgangslage nichts geändert hat.

Der zweite entsteht im Angebot. Drei Duschgel zum Preis von zwei, die große Nachfüllpackung, der Vorratspack Wattepads. Das ist rechnerisch vernünftig und scheitert am Raum: Weil das Bad zu klein ist, wandert der Rest in den Keller und wird dort zuverlässig vergessen. Gekauft, bezahlt, nie benutzt.

Beide Fehler haben dieselbe Ursache, und sie hat nichts mit Disziplin zu tun. Dir fehlt die Information genau in dem Moment, in dem du sie brauchst, nämlich im Laden. Alles, was eine Notiz hier leisten muss, ist diese eine Lücke zu schließen – nicht mehr.

Die Vorräte stehen selten im Bad

In vielen Wohnungen ist das Bad das kleinste Zimmer, oft ohne Fenster und mit einem Spiegelschrank, der drei Regalböden hat. Der Vorrat lebt woanders: im Kellerabteil, in der Abstellkammer, ganz oben im Flurschrank. In Altbauwohnungen sind die Schränke hoch, und was über Augenhöhe steht, existiert praktisch nicht.

Diese ausgelagerten Vorräte sind genau die, die niemand mitzählt, weil sie nicht auf dem täglichen Weg liegen. In den Keller zu gehen ist kein beiläufiger Handgriff, sondern ein kleiner Ausflug mit Schlüssel und Licht.

Dazu kommen die beweglichen Lager: der Kulturbeutel, der nach dem letzten Urlaub gepackt geblieben ist, die Sporttasche, das Necessaire im Rucksack. Dort taucht regelmäßig die Tube auf, die du für aufgebraucht gehalten hast. Es reicht, sie als Orte zu notieren – nicht ihren Inhalt, nur dass es sie gibt.

Was eine Zeile verdient

  • alles, was du in Großpackungen oder im Angebot gekauft hast, mit der Zahl der noch ungeöffneten Stücke;
  • alles, was du nur ein- oder zweimal im Jahr kaufst und was teuer ist: Sonnencreme, Aufsteckbürsten, Rasierklingen, spezielle Haarpflege;
  • alles, was einer bestimmten Person gehört, wenn sich mehrere Menschen ein Bad teilen;
  • der Ort, an dem der jeweilige Vorrat lagert, sobald er nicht im Bad steht.

Alles andere braucht keine Notiz. Was du siehst, wenn du die Schranktür öffnest, muss nirgends aufgeschrieben stehen. Eine Liste, die den Schrank abbildet, müsstest du alle drei Tage pflegen, und du würdest sie nach einer Woche liegen lassen – zu Recht.

Angebrochen ist eine eigene Kategorie

Das ist der Teil, der Badezimmer tatsächlich füllt. Das Shampoo, das nicht gepasst hat. Das geschenkte Duschgel mit dem schwierigen Duft. Die Hotelfläschchen aus drei Dienstreisen. Der Rest einer Creme, die du nicht nachgekauft hast. Nichts davon ist kaputt, also geht nichts davon weg, und zusammen belegt es den besten Platz im Raum.

Ob ein angebrochenes Produkt noch verwendbar ist, sagt dir keine Liste und kein Artikel, sondern die Packung: Das kleine Symbol mit dem geöffneten Tiegel nennt eine Verwendungsdauer nach dem Öffnen, und die ist für jedes Produkt anders. Was anders riecht oder anders aussieht als früher, klärt sich ohnehin nicht durch Nachdenken.

Bei Sachen, die lange halten, hilft ein simpler Handgriff: das Datum des Öffnens mit einem Stift auf die Flasche schreiben. Drei Sekunden, und ein Jahr später musst du dich an nichts erinnern.

Wohin die Reste gehen

Kosmetik und Körperpflege gehören nicht zur Medikamentenrückgabe – die Apotheke ist für Arzneimittel zuständig, nicht für Cremes und Nahrungsergänzung. Reste von Nagellackentferner, Haarfarbe oder ähnlich chemischen Produkten gehören nicht ins Waschbecken und nicht in den Restmüll, sondern zur Schadstoffsammlung: je nach Ort der Wertstoffhof oder das Schadstoffmobil, das an bestimmten Tagen im Stadtteil hält. Was bei dir gilt und wann, steht auf der Website deiner Kommune, und es unterscheidet sich von Stadt zu Stadt deutlicher, als man denkt.

Leere Verpackungen richten sich nach der örtlichen Trennregel, also Gelber Sack oder Wertstofftonne, je nachdem, was deine Kommune eingeführt hat. Auch das ist regional verschieden, und die Angabe deiner Stadt- oder Gemeindeverwaltung schlägt jede allgemeine Faustregel.

Ungeöffnete Hygieneartikel sind dagegen gefragt: Tafeln, Sozialkaufhäuser, Einrichtungen von DRK, Caritas oder Diakonie und die Wohnungslosenhilfe geben so etwas weiter. Angebrochenes nehmen sie aus naheliegenden Gründen nicht. Ein kurzer Anruf vorher spart beiden Seiten eine Enttäuschung. Und alte Handtücher, die für Menschen zu abgenutzt sind, kann oft das Tierheim in der Nähe brauchen – auch da lohnt die Frage, bevor du hinfährst.

Wenn es gut läuft

Dann sieht dein Bad nicht aus wie in einem Katalog, und das war auch nie das Ziel. Es sieht so aus, dass du in der Drogerie weißt, ob noch Zahnpasta da ist. Dass beim nächsten Umzug keine drei Flaschen desselben Produkts auftauchen. Und dass eine leere Packung nicht bedeutet, dass jetzt nichts mehr da ist.

Unter dem Waschbecken wird trotzdem etwas Überflüssiges stehen. In einem bewohnten Bad ist das immer so, und es ist kein Versäumnis. Der Unterschied ist nur, dass du nicht noch einmal dasselbe darüber stapelst.