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Was beim Weihnachtsschmuck ins Inventar gehört

Weihnachtsschmuck hat eine Eigenschaft, die sonst kaum ein Besitz hat: Du siehst ihn ein paar Wochen und danach elf Monate lang überhaupt nicht. In der Zwischenzeit ist deine einzige Informationsquelle das, was du beim Abbau notiert hast – oder eben nicht. Deshalb kauft man jedes Jahr Lichterketten nach und findet die alten hinterher wieder.

Der Karton, den du einmal im Jahr siehst

Ein Jahr ist zu lang für das Gedächtnis. Wenn die Kisten aus dem Keller oder vom Dachboden kommen, weißt du weder, wie viele Kugeln heil sind, noch welche Kette letztes Mal ausgefallen ist, noch ob überhaupt Geschenkpapier da ist. Jeder Dezember fängt bei null an.

Das hat eine sehr konkrete Folge. Was Ende November gekauft wird, wird im Ungewissen gekauft, im Laden, ohne Möglichkeit nachzusehen: eine Rolle Geschenkpapier, ein paar Meter Band, Klebehaken, ein Verlängerungskabel, Kerzen. Jedes Jahr dieselben Kleinigkeiten, jedes Jahr neu, und weil sie billig sind, fällt niemandem auf, dass sich davon inzwischen ein halber Karton angesammelt hat.

Eine einzige Notiz zum richtigen Zeitpunkt unterbricht diesen Kreis. Ausführlich muss sie nicht sein. Sie muss nur am richtigen Tag entstehen.

Lichterketten: Die Prüfung gehört in den Januar

Die Szene kennt jeder: Kisten hoch, Ketten nacheinander einstecken, und eine bleibt dunkel oder leuchtet nur zur Hälfte. Das war letztes Jahr schon so. Sie wurde trotzdem wieder eingepackt, und die Information ist unterwegs verloren gegangen.

Das ist der Kern des Problems: Der Moment, in dem du die Wahrheit kennst, ist nicht der Moment, in dem sie nützt. Die Abhilfe braucht kein System, nur einen Stift – ein Wort direkt auf die Kette oder eine Zeile in der Notiz zum Karton, geschrieben beim Ausstecken und nicht im nächsten Dezember.

Notiere gleich mit, was du beim Nachkauf sonst nie weißt: Länge, Farbe des Lichts, warmweiß oder kalt, und ob die Kette für draußen zugelassen ist. Genau das fehlt dir, wenn du im Laden stehst und etwas dazu passend kaufen willst, das du gerade nicht sehen kannst.

Der Abbau ist der einzige ehrliche Moment

Anfang Januar liegt alles offen vor dir: was benutzt wurde, was den ganzen Advent im Karton geblieben ist, was zerbrochen ist und was doppelt gekauft wurde. Diese Klarheit hält keine Woche. Es ist der einzige Zeitpunkt im Jahr, an dem das Inventar nebenbei entsteht, ohne zusätzliche Arbeit.

Was die ganze Zeit in der Kiste geblieben ist, hat dabei eine Frage schon beantwortet, ohne dass du sie stellen musstest: Du hast ohne es dekoriert. Das heißt nicht, dass es weg muss. Eine Kugel von der Großmutter darf bleiben, auch wenn sie an keinem Baum hängt. Aber es trennt sauber das, was jemandem etwas bedeutet, von dem, was einfach nur da ist.

Und wenn du beim Wegräumen keine Kraft für die Runde hast, ist auch das in Ordnung. Notiere dann nur die Lichterketten. Diese eine Zeile bringt am meisten.

Was auf die Liste gehört

  • die Zahl der Kisten und vor allem, wo genau sie stehen – Keller oder Dachboden, und in welcher Ecke, denn Kellerabteile sehen einander sehr ähnlich;
  • der künstliche Baum samt Ständer, weil beide getrennt gelagert werden und getrennt verloren gehen;
  • die Krippe mit ihren Figuren, mit dem Hinweis, was schon einmal geklebt wurde;
  • der Adventskranz und was jedes Jahr neu dazu gekauft wird: Kerzen, Halter, Band;
  • Geschenkpapier, Schleifenband und Klebehaken – die klassische Doppelkauf-Falle;
  • was aus einer Wohnungsauflösung stammt oder jemand anderem in der Familie gehört, damit das nicht am Abbautag geklärt werden muss.

Kugeln einzeln zu zählen bringt dagegen nichts. „Zwei Kisten rot und gold, eine Kiste altes zerbrechliches Zeug“ reicht völlig für das, was du damit anfängst.

Was wieder rausgeht

Gut erhaltener Schmuck findet Abnehmer, aber nicht im Januar. Bei Kleinanzeigen verkauft sich so etwas im November, nicht direkt nach den Feiertagen. Notiere also im Januar, was weg soll, und bring es zur passenden Zeit weg – Sozialkaufhäuser, DRK, Caritas und Diakonie nehmen Weihnachtsschmuck gern, und oft freut sich auch ein Kindergarten oder ein Verein über Kisten mit Deko.

Defekte Lichterketten sind Elektroschrott. Sie gehören nicht in den Restmüll, sondern zum Wertstoffhof oder zur Rücknahme in den Handel; welche Annahmestelle bei dir zuständig ist und wann sie geöffnet hat, steht auf der Website deiner Kommune. Kaputte Christbaumkugeln sind je nach Material kein Altglas, auch das regeln die Kommunen unterschiedlich.

Für einen echten Baum gibt es in den meisten Städten einen Abholtermin oder Sammelstellen im Januar, oft mit genauen Vorgaben dazu, was vorher abgenommen werden muss. Die Termine ändern sich jedes Jahr, und verbindlich ist die Angabe deiner Stadt- oder Gemeindeverwaltung.

Wenn das alles steht, beginnt der Dezember damit, dass du eine Kiste öffnest und weißt, was darin ist – statt mit einem Abend, an dem du Kabel entwirrst und ausprobierst, welche Kette es noch tut.