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Was in eine Hausrat-Liste wirklich gehört

Eine Hausratliste ist keine Buchhaltung, sondern eine Gedächtnisstütze für einen Tag, an dem dein Gedächtnis schlecht arbeitet: nach einem Einbruch, einem Wasserschaden, einem Brand. Sinnvoll ist deshalb nicht Vollständigkeit, sondern dass die teuren und die leicht vergessenen Sachen mit Marke, Alter und ungefährem Preis darin stehen. Was dein Vertrag im Schadensfall verlangt und was er ersetzt, steht allerdings in deinen Versicherungsbedingungen – und nur dort.

Wofür so eine Liste im Ernstfall gut ist

Nach einem Schaden wird man gefragt, was da war. Das klingt einfach, bis man in einem ausgeräumten Wohnzimmer steht. Menschen erinnern sich zuverlässig an das Fahrrad und den Fernseher und praktisch nie an die Bohrmaschine, den zweiten Wintermantel, die Küchenmaschine, das Werkzeug im Keller oder die vier Jahre alte Kaffeemaschine.

Genau in dieser Lücke arbeitet so eine Liste. Sie muss dich nicht überzeugen. Sie muss dich erinnern.

Dazu kommt der Zeitdruck. So eine Aufstellung wird selten in Ruhe verlangt, sondern in einer Woche, in der ohnehin alles gleichzeitig passiert: Handwerker, Telefonate, vielleicht eine andere Unterkunft. Was vorher schon aufgeschrieben war, musst du dann nicht mehr rekonstruieren.

Sechs Angaben reichen pro Gegenstand

Was es ist, Marke und Modell, ungefähres Kaufjahr, ungefährer Kaufpreis, wo es steht, und wenn vorhanden ein Foto oder ein Beleg. Mehr braucht es nicht. Weniger wird im Zweifel schwierig, weil „ein Fernseher“ etwas anderes ist als „ein 55-Zoll-Fernseher von 2022“.

Ungefähre Angaben sind besser als keine. Wenn du nicht mehr weißt, ob es 2019 oder 2020 war, schreib das Jahr mit einem Ungefähr davor und mach weiter. Eine Liste, die auf Genauigkeit wartet, entsteht nie.

Am leichtesten geht das raumweise statt nach Kategorien. Du stellst dich in die Küche, gehst einmal im Uhrzeigersinn herum und nimmst mit, was mehr als ungefähr hundert Euro gekostet hat. Das dauert pro Raum ein paar Minuten und liefert schon den größten Teil.

Wo am meisten vergessen wird

Es sind fast immer dieselben Stellen: der Keller mit Werkzeug, Fahrrädern, Campingausrüstung und Winterreifen; der Dachboden; der Balkon mit Möbeln und Grill; die Küche mit ihren vielen mittelteuren Geräten; und Kleidung, die einzeln billig und in Summe erheblich ist.

Ebenfalls oft übersehen: Sachen, die in deiner Wohnung stehen, aber jemand anderem gehören – und Sachen von dir, die woanders stehen, im Keller der Eltern, im Büro, im gemieteten Lagerabteil. Ob und wie so etwas mitversichert ist, unterscheidet sich von Vertrag zu Vertrag.

Ein guter Anlass ist der Umzug: In dem Moment hat wirklich jedes Stück einmal jemand in der Hand. Wer keinen Umzug vor sich hat, nimmt den Tag, an dem der Keller ausgeräumt wird, oder den, an dem die neue Waschmaschine geliefert wird.

Die Gruppen mit eigenen Regeln

Schmuck, Uhren, Bargeld, Sammlungen, Fahrräder, Musikinstrumente, teure Elektronik und Wertsachen, die in Keller oder Garage lagern, werden in Versicherungsbedingungen häufig gesondert behandelt – mit Höchstgrenzen, mit Anforderungen an die Aufbewahrung oder über eigene Bausteine. Für Fahrräder gelten oft zusätzliche Bedingungen, etwa dazu, wo und wie sie abgeschlossen waren.

Was hier steht, ist ausdrücklich keine Aussage über deinen Vertrag. Es ist nur der Hinweis, an welcher Stelle es sich lohnt, einmal in die eigenen Bedingungen zu sehen oder beim Versicherer nachzufragen – und zwar bevor etwas passiert, nicht danach.

Belege: was hilft, was nicht

Am nützlichsten sind Rechnungen mit Modellbezeichnung, Kontoauszüge oder Bestellbestätigungen. Fast genauso nützlich sind ganz normale Fotos: ein Rundgang durch jeden Raum, Schranktüren offen, das Kellerregal von vorne, dazu ein paar Nahaufnahmen von Typenschildern und Seriennummern.

Wenig bringen Fotos, auf denen man nichts erkennt, und Preisangaben, die man sich gewünscht hätte. Eine ehrliche Schätzung trägt weiter als eine hohe.

Seriennummern klingen nach Übertreibung, sind aber genau die Angabe, die bei Fahrrädern, Notebooks und Werkzeug im Zweifel weiterhilft. Sie stehen meistens auf einem Aufkleber an der Unterseite oder, beim Fahrrad, eingeprägt am Rahmen unter dem Tretlager.

Der Ort, an dem die Liste liegt, entscheidet mit

Eine Aufstellung, die als einziger Ausdruck im selben Keller liegt wie die versicherten Sachen, hilft nach einem Wasserschaden genau gar nichts. Dasselbe gilt für Fotos, die nur auf dem Rechner liegen, der mitgestohlen wurde. Was auch immer du führst – es sollte davon eine Kopie geben, die den Schaden überlebt.

Ein realistischer Umfang

Vollständig wird das nie, und das muss es auch nicht. Wenn die zwanzig teuersten Gegenstände erfasst sind, jeder Raum einmal fotografiert ist und die Sonderfälle geklärt sind, bist du in einer erheblich besseren Lage als vorher.

Am besten funktioniert das nebenbei: beim nächsten Umzug, beim Aufräumen des Kellers, beim Kauf von etwas Teurem. Der Moment, in dem du eine Sache ohnehin in der Hand hast, ist der einzige, in dem das Aufschreiben nichts zusätzlich kostet.