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Kaputte Sachen, die du reparieren wolltest

Eine kaputte Sache, die du behältst, ist selten nur eine kaputte Sache. Sie ist eine offene Aufgabe, und offene Aufgaben wiegen schwerer als das, was sie beschreiben. Der Vorsatz, sie zu reparieren, war ernst gemeint. Was danach gefehlt hat, war fast nie der gute Wille, sondern ein Ersatzteil, ein Werkzeug, ein Tisch, auf dem etwas auseinandergenommen liegen bleiben darf, oder schlicht ein Nachmittag ohne andere Termine.

Der Vorsatz war nicht das Problem

Sieh dir an, was bei dir in diesem Zustand herumsteht, und du merkst: Jedes Ding hängt an etwas anderem fest. Die Stehlampe wartet auf einen Schalter, den nie jemand bestellt hat. Das Fahrrad im Kellerabteil wartet auf einen Mantel und darauf, dass du es irgendwo umdrehen kannst, ohne den halben Kellergang zu blockieren. Die Nähmaschine aus dem Nachlass wartet darauf, dass überhaupt jemand weiß, ob so etwas noch repariert wird.

Das sind vier völlig verschiedene Hindernisse, und sie haben nur eines gemeinsam: Keines davon löst sich dadurch, dass du dir noch einmal fest vornimmst, dich am Wochenende darum zu kümmern. Vorsätze wirken auf Motivation, und Motivation war hier nie der Engpass.

Dazu kommt eine Hemmung, über die selten jemand spricht: die Angst, das Gerät zu öffnen und es nicht wieder zubekommen. Solange es kaputt, aber ganz ist, bleibt es theoretisch reparierbar. Zerlegt auf dem Esstisch ist es eine sichtbare Baustelle, und eine sichtbare Baustelle ist unangenehmer als ein Defekt.

Fünf Fragen, die schneller sind als ein guter Vorsatz

Hat dir das Ding überhaupt gefehlt? Bei vielen kaputten Geräten ist längst ein Ersatz da. Der zweite Wasserkocher steht in der Küche, der erste steht oben auf dem Schrank, und seit anderthalb Jahren hat niemand nach ihm gefragt. Das ist eine Antwort, und zwar eine klare.

Gibt es das Ersatzteil noch, und was kostet es im Verhältnis zum Neupreis? Die Typenbezeichnung steht fast immer auf der Unterseite oder auf dem Aufkleber im Batteriefach. Fünf Minuten Suche entscheiden die Sache oft endgültig – in beide Richtungen.

Kann es jemand, den du erreichst? Nicht du, sondern irgendjemand. Die meisten Leute bewerten eine Reparatur an ihren eigenen Fähigkeiten, als gäbe es sonst niemanden.

Wo würdest du daran arbeiten? Wer keine Werkbank hat, sondern einen Esstisch, der abends wieder Esstisch sein muss, plant anders – und weiß dann auch, warum es bisher nicht passiert ist.

Und zuletzt: Was passiert, wenn du es einfach nicht reparierst? Manchmal lautet die ehrliche Antwort „nichts“, und dann ist der Fall entschieden, ohne dass jemand etwas falsch gemacht hätte.

Wo tatsächlich repariert wird

Repair-Cafés gibt es in Nachbarschaftstreffs, Stadtteilzentren, Bibliotheken und Mehrgenerationenhäusern, je nach Ort einmal im Monat oder häufiger. Ein Punkt ist wichtig zu wissen: Es ist keine Annahmestelle. Du bringst die Sache mit, du bleibst dabei, und jemand mit Erfahrung schraubt gemeinsam mit dir. Typisch sind Kleingeräte, Lampen, Fahrräder, Textilien und zunehmend Elektronik.

Was an einem Termin möglich ist, hängt davon ab, wer an dem Tag da ist; ein Blick auf die Seite der Initiative oder deiner Kommune lohnt sich vorher, und das Ersatzteil bringst du am besten gleich mit. Der Weg lohnt sich auch dann, wenn nichts daraus wird: Danach weißt du, dass es nicht geht, und das beendet die Warteschleife genauso.

Bei manchen Dingen ist der Fachbetrieb der kürzere Weg: Fahrradladen, Schuhmacher, Änderungsschneiderei, Uhrmacher, Elektrofachbetrieb. Ein kurzer Anruf mit der Modellbezeichnung bringt oft schon eine Hausnummer, und damit eine Entscheidung. Bei jüngeren Geräten lohnt außerdem der Blick auf Garantie und Gewährleistung sowie auf die Reparaturangebote der Hersteller.

Zum Thema Reparaturbonus: In manchen Bundesländern und Kommunen gibt es Förderprogramme, die einen Teil der Reparaturkosten übernehmen. Ob es so etwas bei dir gibt, für welche Geräte und unter welchen Bedingungen, ist von Bundesland zu Bundesland und von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Verlässlich steht das auf der Website deiner Stadt- oder Gemeindeverwaltung beziehungsweise deines Landes, und der Betrieb selbst kennt die Regeln meistens auch. Rechne nicht damit, bevor du es geprüft hast – gib eine Reparatur aber auch nicht auf, ohne gefragt zu haben.

Was nicht in den Restmüll darf

Elektrogeräte gehören nicht in den Restmüll, auch die kleinen nicht und auch die kaputten nicht. Richtig sind der Wertstoffhof beziehungsweise Recyclinghof deiner Kommune oder eine Rücknahmestelle im Handel: Elektromärkte und viele größere Supermärkte haben Sammelboxen für Kleingeräte, und beim Kauf eines gleichartigen Geräts nimmt der Händler das alte oft zurück. Batterien und Akkus werden vorher entnommen, wenn sie sich entnehmen lassen.

Kaputte Möbel sind Sperrmüll, und Sperrmüll wird in den meisten Kommunen angemeldet – online, mit Termin, manchmal mit Wochen Vorlauf. Daran scheitert es öfter als am Entschluss – deshalb ist die Anmeldung der erste Schritt und nicht der letzte. Textilien mit Löchern gehören nicht in die Kleiderspende; saubere, trockene Alttextilien nimmt ein Altkleidercontainer aber meist zur Verwertung an. Für alles Unklare ist die Abfallberatung deiner Kommune zuständig.

Ein Datum statt eines Vorsatzes

Die Kiste im Keller mit den Sachen, die repariert werden sollen, fühlt sich an wie eine getroffene Entscheidung und ist genau das Gegenteil. Solange etwas darin liegt, ist es weder benutzt noch weg, und es belegt den Platz für beides.

Das billigste Gegenmittel ist kein Vorsatz, sondern ein Datum mit Filzstift auf dem Karton. Was bis dahin nicht bei einer Reparatur war, geht den anderen Weg. Das ist keine Strenge gegen dich selbst, sondern nur die Weigerung, eine Frage zehn Jahre offen zu lassen.

Kaputt behalten ist auch eine Entscheidung

Manches bleibt, und das ist völlig in Ordnung. Die Uhr, die nicht mehr geht, die Kamera vom Vater, das wacklige Kästchen, an dem die ganze Familie hängt: Diese Dinge warten nicht auf eine Reparatur, sie werden aufgehoben. Wenn du das ausdrücklich so nennst, verschwinden sie aus der Liste der offenen Aufgaben, ohne die Wohnung zu verlassen.

Es muss auch nicht alles auf einmal sein. Drei Dinge, bei denen jetzt feststeht, was mit ihnen passiert, sind drei Fragen weniger, die dich jedes Mal ansehen, wenn du in den Keller gehst, um die Koffer zu holen.