Alte Elektrogeräte, die nur noch herumliegen
Alte Geräte bleiben liegen, weil drei Fragen gleichzeitig offen sind: Steckt da noch Wert drin, sind da noch Daten drauf, und wohin überhaupt damit? Wenn du sie einzeln beantwortest – erst löschen, dann Wert einschätzen, dann Weg wählen – löst sich der Karton in ein paar Abenden auf. Nur bei den Akkus ist es tatsächlich nicht egal, wo sie am Ende landen.
Warum ausgerechnet Elektronik liegen bleibt
Ein altes Handy fühlt sich nicht an wie Müll. Es hat einmal viel gekostet, es funktioniert vielleicht noch, und es ist voll mit Fotos, Nachrichten und Zugängen. Ein T-Shirt kann man in den Sack werfen, ohne nachzudenken. Ein Laptop nicht.
Dazu kommt die vage Idee, man könnte es „noch verkaufen“. Das stimmt bei manchen Geräten, aber der Wert fällt schnell, und ein Gerät, das drei Jahre in der Schublade auf seinen Verkauf wartet, ist am Ende genau das nicht mehr wert.
Und drittens gibt es die Unsicherheit, ob das alte Gerät nicht doch als Reserve taugt. Meistens tut es das nicht. Ein Ersatzhandy ohne Updates und mit müdem Akku hilft in dem Moment, in dem man es brauchen würde, ziemlich sicher nicht.
Drei Gruppen statt einem Haufen
Erstens: läuft noch, und jemand will es. Ein Notebook der letzten Jahre, ein Handy mit intaktem Akku, ein Monitor, eine Spielkonsole. Zweitens: läuft, aber niemand will es – der alte Drucker, das externe DVD-Laufwerk, das Tablet mit einer halben Stunde Akkulaufzeit. Drittens: defekt. Diese Gruppe braucht nur noch einen Weg zum Recyclinghof.
Die zweite Gruppe hängt am längsten, weil man Funktionieren mit Wert verwechselt. Ein Gerät, das läuft, für das sich aber niemand findet, ist praktisch schon in Gruppe drei angekommen.
Es gibt noch eine Sonderform: Geräte, die laufen und die jemand im Bekanntenkreis wirklich brauchen kann – das alte Handy als Erstgerät für ein Kind, der Monitor für den Schreibtisch der Nachbarin. Das geht meistens schneller als jeder Verkauf und macht mehr Freude.
Daten runter, bevor irgendetwas das Haus verlässt
Bei Handys und Tablets: aus dem Konto abmelden, dann auf Werkszustand zurücksetzen, SIM und Speicherkarte herausnehmen. Bei Rechnern: Konten abmelden, den Datenträger löschen oder ausbauen – eine ausgebaute Festplatte kannst du später in Ruhe vernichten, und das Gerät selbst kann trotzdem schon weg.
Vergessen werden meist die Geräte, an die niemand denkt: der Router mit gespeichertem WLAN-Passwort, der Drucker mit internem Speicher, die Fitnessuhr, das Navigationsgerät mit der Heimatadresse, die Kamera mit noch eingelegter Karte. Ein kurzer Blick lohnt sich, bevor du etwas weitergibst.
Wohin damit
Der Wertstoffhof oder Recyclinghof deiner Kommune nimmt Elektroaltgeräte an; was genau und in welcher Menge, steht auf der Seite deines Entsorgers, und der eigentliche Engpass sind die Öffnungszeiten. Viele größere Elektromärkte und einige Supermärkte nehmen Altgeräte ebenfalls zurück, teils abhängig von der Gerätegröße oder davon, ob du etwas Neues kaufst – das unterscheidet sich, also frag im Zweifel direkt vor Ort nach.
Für Kleingeräte gibt es vielerorts Sammelboxen, etwa in Rathäusern, Büchereien oder Läden. Für alles Große, das nicht ins Auto passt, bleibt der Sperrmüll, der in den meisten Kommunen vorher angemeldet werden muss.
Bei defekten Sachen, an denen du hängst, lohnt sich manchmal ein Repair-Café. Die gibt es inzwischen in vielen Städten, sie kosten nichts außer Zeit, und wenn wirklich nichts mehr zu machen ist, weißt du es wenigstens sicher und kannst das Gerät ohne Restzweifel abgeben.
Der Kabelkarton
Fast jeder Haushalt hat ihn: die Kiste mit Netzteilen, Ladekabeln, Adaptern, alten Fernbedienungen und einem Knäuel aus HDMI- und Scart-Kabeln. Der brauchbare Umgang damit ist nicht Sortieren, sondern Zuordnen: Nimm die Geräte, die du wirklich benutzt, und leg deren Kabel daneben. Was übrig bleibt, gehört zu Geräten, die es längst nicht mehr gibt.
Behalten kann man ein Verlängerungskabel, ein paar gängige Ladekabel und, falls vorhanden, ein Universalnetzteil. Der Rest kann zum Recyclinghof – Kabel zählen dort zum Elektroschrott und gehören nicht in den Restmüll.
Akkus sind die eine Sache, bei der es nicht egal ist
Lithium-Akkus gehören weder in den Hausmüll noch in die gelbe Tonne. Sie können bei Beschädigung sehr heiß werden, und in Müllfahrzeugen und Sortieranlagen brennt es deswegen regelmäßig. Abgeben kannst du Batterien und Akkus in aller Regel dort, wo sie verkauft werden – in vielen Läden stehen dafür Sammelboxen im Eingangsbereich. Geräte mit fest verbautem Akku gehören als Ganzes zum Elektroschrott.
Wenn ein Akku aufgebläht ist – das Gehäuse wölbt sich, das Handy wackelt auf dem Tisch –, dann lade ihn nicht mehr, sondern bring ihn zur Sammelstelle. Bis dahin liegt er am besten kühl und nicht neben Papier.
Was übrig bleibt
Am Ende bleiben meistens zwei, drei Geräte übrig, die niemand haben will und die du trotzdem behältst: das erste eigene Handy, die Kamera vom Vater. Das ist kein Rückfall. Wenn du weißt, dass sie aus Erinnerung dableiben und nicht, weil sie noch nützlich wären, stehen sie an einem anderen Platz und blockieren nichts mehr.