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Alte Medikamente, die du nicht mehr brauchst

Alte Medikamente sind schnell aussortiert und weniger schnell entsorgt, weil die Regel dafür nicht überall gleich ist: In manchen Kommunen gehören sie in den Restmüll, in anderen zum Schadstoffmobil oder an eine Sammelstelle, und manche Apotheken nehmen sie freiwillig zurück. Was überall gilt: nicht in die Toilette und nicht ins Waschbecken. Und was du gerade einnimmst, entscheidest du nicht anhand eines Aufräumtexts, sondern mit deiner Ärztin oder deiner Apotheke.

Die Hausapotheke ist kein Vorrat, sondern ein Zwischenstand

In den meisten Badezimmerschränken liegt eine Mischung aus drei Sachen: was gerade gebraucht wird, was von einer überstandenen Erkrankung übrig geblieben ist, und was jemand einmal auf Verdacht gekauft hat. Nur die erste Gruppe hat einen echten Grund, dort zu liegen.

Der Rest sammelt sich an, weil Medikamente teuer aussehen und weil es sich verkehrt anfühlt, sie wegzuwerfen. Das ist ein nachvollziehbares Gefühl. Es ändert nur nichts daran, dass ein angebrochener Saft von vorletztem Winter niemandem mehr nützt.

Ein Nebenaspekt, der oft übersehen wird: Das Bad ist warm und feucht und deshalb nicht für alles ein guter Lagerort. Wie ein bestimmtes Präparat aufbewahrt werden soll, steht auf der Packung oder im Beipackzettel – und wenn dort nichts Passendes steht, weiß es die Apotheke.

Was du selbst entscheiden kannst und was nicht

Ohne Rückfrage aussortieren kannst du: leere Packungen, Beipackzettel ohne Inhalt, eindeutig abgelaufene Sachen, angebrochene Flüssigkeiten, deren Datum überschritten ist, und alles, was jemandem gehörte, der nicht mehr im Haushalt lebt.

Nicht allein entscheiden solltest du bei allem, was gerade zu deiner Behandlung gehört. Ein Medikament abzusetzen oder zu entsorgen, weil das Datum bald erreicht ist, ist etwas anderes als Aufräumen – dafür ist die Apotheke da, und dort ist die Frage in zwei Minuten geklärt, ohne Termin und ohne Wartezimmer.

Hilfreich ist außerdem, beim Aussortieren nicht zu bewerten, sondern nur zu trennen: ein Stapel für „gehört jemandem und wird gebraucht“, einer für „abgelaufen oder angebrochen“, einer für „keine Ahnung“. Der dritte Stapel ist die Frage für die Apotheke, und er ist meistens erstaunlich klein.

Die eine Regel, die überall gilt

Arzneimittel gehören nicht in die Toilette und nicht in den Ausguss. Kläranlagen sind darauf nicht ausgelegt, und Rückstände bleiben im Wasserkreislauf. Das ist unabhängig davon, wo du wohnst, und es gilt genauso für Hustensaft, Augentropfen und aufgelöste Tabletten.

Der zweite Teil dieser Regel wird oft übersehen: Auch das Ausspülen von Fläschchen vor dem Wegwerfen ist damit gemeint. Wenn du unsicher bist, ob noch Wirkstoff enthalten ist, wirf das Fläschchen lieber geschlossen weg, statt es vorher zu entleeren.

Warum die Entsorgung von Ort zu Ort verschieden ist

Der Unterschied hängt daran, was mit dem Restmüll in deiner Region passiert. Wo er verbrannt wird, sagen viele Entsorger, dass Tabletten und Salben über die Restmülltonne entsorgt werden können. Wo das anders läuft, gibt es Sammelstellen, ein Schadstoffmobil oder eine Annahme am Wertstoffhof.

Die verlässliche Auskunft gibt die Abfallberatung deiner Stadt oder deines Landkreises, meist auf einer Seite mit einem Abfall-ABC. In Österreich und der Schweiz gelten wieder eigene Regeln; dort ist die Rückgabe in der Apotheke verbreiteter. Apotheken in Deutschland dürfen zurücknehmen, müssen es aber nicht – wenn deine es tut, ist das der bequemste Weg.

Sonderfälle, bei denen du besser nachfragst

Spritzen, Kanülen und Lanzetten gehören nie lose in eine Tonne. Dafür gibt es feste, durchstichsichere Behälter, und wie die Abgabe bei dir geregelt ist, erfährst du in der Apotheke oder bei der Abfallberatung. Ähnliches gilt für stark wirksame Mittel, für Krebsmedikamente, für alte Fieberthermometer mit Quecksilber und für alles, was auf einem besonders gekennzeichneten Rezept kam.

Und noch etwas Praktisches: Umkarton und Beipackzettel kannst du vorher trennen. Der Karton geht ins Altpapier, der Blister bleibt mitsamt Inhalt zusammen, damit unterwegs nichts einzeln herausfällt.

Weitergeben ist keine gute Idee

Der Gedanke liegt nahe: ungeöffnete, gut erhaltene Packungen an Bekannte weiterreichen oder für eine Hilfsaktion spenden. In der Praxis ist das heikel, weil niemand nachvollziehen kann, wie etwas gelagert wurde, und weil Hilfsorganisationen in aller Regel eigene, geprüfte Beschaffungswege haben. Wenn du trotzdem beitragen willst, frag die Organisation vorher – sonst verschickt man am Ende Arbeit statt Hilfe.

Wie eine Hausapotheke aussieht, mit der man leben kann

Sie ist kleiner, als man denkt. Was du im letzten Jahr tatsächlich gebraucht hast, dazu etwas für Wunden und Verbände, dazu das, was zu einer bestehenden Behandlung gehört. Kein Regal, das jeden denkbaren Fall abdeckt.

Es hilft, wenn zwei Dinge stimmen: Alles liegt so, dass man es auch im Halbdunkel um drei Uhr nachts findet, und einmal im Jahr geht jemand kurz durch. Der beste Zeitpunkt dafür ist kein Vorsatz im Januar, sondern der Moment, in dem du ohnehin gerade etwas suchst.