Alte Handtücher und Bettwäsche loswerden
Handtücher und Bettwäsche gehen praktisch nie kaputt. Sie werden dünn, kratzig oder unansehnlich, und trotzdem bleiben sie im Schrank, weil sie ja „noch gehen“. Neue kommen dazu, alte gehen nicht — nach ein paar Jahren ist der Wäscheschrank voll mit Sachen, die niemand mehr freiwillig benutzt. Das lässt sich in einem Nachmittag klären, und für fast alles gibt es eine sinnvolle Adresse.
Warum der Wäscheschrank nur in eine Richtung wächst
Es gibt keinen Moment, in dem ein Handtuch offensichtlich kaputt ist. Es trocknet weiter, auch wenn du seit zwei Jahren immer nach denselben zwei anderen greifst. Bettwäsche wird verschenkt, geerbt, zum Einzug mitgebracht, und in einem Altbau mit tiefem Schrank oder einer Kammer im Flur fällt lange gar nicht auf, wie viel sich angesammelt hat.
Dazu kommen Haushaltsauflösungen. Wäsche ist das Erste, was man aus einer aufgelösten Wohnung mitnimmt, weil sie sich klein falten lässt und leicht ist. So landen bestickte Bettbezüge und Leinentischdecken in Wohnungen, in denen nie zwölf Personen an einem Tisch sitzen werden. Das ist nicht unvernünftig — an diesen Stücken hängt etwas. Sie sollten nur angeschaut werden und nicht ungesehen im Kellerabteil liegen.
Erst zählen, was tatsächlich im Umlauf ist
Nimm alles heraus und schau, was du wirklich benutzt. In den meisten Haushalten sind es zwei bis drei Garnituren pro Bett und eine Handvoll Handtücher, die immer wieder kommen. Der Rest ist stiller Vorrat.
Die hilfreiche Frage ist nicht „kann man das noch benutzen“ — man kann fast alles noch benutzen —, sondern „habe ich es dieses Jahr einmal in der Hand gehabt“. Danach geht das Aussortieren schnell, weil du nicht mehr über die Qualität des Stoffs diskutierst, sondern über Gebrauch.
Behalte, was zwischen zwei Waschgängen reicht, dazu eine Reserve für die Nacht, in der ein Kind krank wird, und das, was du für Besuch tatsächlich brauchst. Mehr ergibt selten einen Zweck.
Was noch gut ist: Kleiderkammer, Sozialkaufhaus, Tafel-Umfeld
Saubere, ganze Bettwäsche und Handtücher sind bei Kleiderkammern und Sozialkaufhäusern von DRK, Caritas oder Diakonie oft ausdrücklich gefragt — besonders dort, wo Menschen eine leere Wohnung neu einrichten und alles auf einmal brauchen. Auch Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe und manche Beratungsstellen nehmen Wäsche an.
Ruf vorher kurz an. Annahmestellen haben feste Zeiten, sind zeitweise voll und brauchen im Sommer etwas anderes als im November. Zwei Minuten am Telefon ersparen dir eine Fahrt mit vollem Kofferraum, die im Zweifel wieder zurückgeht.
Alte Leinenwäsche, Damasttischdecken und handbestickte Stücke finden über Kleinanzeigen oder auf dem Flohmarkt oft Leute, die genau danach suchen. Wenn dich die eingestickten Initialen deiner Urgroßmutter halten: Behalt ein Stück und lass die übrigen elf gehen. Die Geschichte steckt in dem einen Stück, nicht im Stapel.
Der Anruf, der wirklich hilft: das Tierheim
Tierheime, Tierschutzvereine und Pflegestellen verbrauchen erstaunlich viele alte Handtücher und Decken: als Unterlage, zum Abtrocknen, für Transportboxen, für alles, was ständig schmutzig wird und wieder in die Wäsche muss. Es ist eine der wenigen Adressen, an denen weiche, aber deutlich abgenutzte Textilien echten Nutzen stiften.
Auch hier gilt: vorher anrufen oder auf die Seite des Heims schauen. Der Bedarf schwankt stark, manche Heime haben gerade genug und bitten ausdrücklich, nichts zu bringen. Viele nehmen keine Federbetten und keine Daunendecken, weil sie sich schlecht waschen und zu langsam trocknen — und Sachen, die sie nicht gebrauchen können, müssen sie selbst entsorgen. Frag lieber einmal zu viel.
Was nicht mehr weiterzugeben ist
Durchgescheuerte, löchrige oder stockfleckige Wäsche ist keine Spende. In den Hausmüll gehört sie deswegen aber auch nicht. Altkleidercontainer nehmen häufig auch nicht mehr gebrauchsfähige Textilien an, wenn sie sauber, trocken und in einem verschlossenen Sack eingeworfen werden. Maßgeblich ist der Aushang am Container oder die Auskunft deiner Stadt- oder Gemeindeverwaltung, denn die Vorgaben unterscheiden sich von Ort zu Ort.
Für Bettdecken, Kopfkissen und dicke Wolldecken gelten oft andere Regeln als für Wäsche: Vielerorts gehören sie eher zum Wertstoffhof als in den Container. Auch das steht auf der Seite deiner Kommune, und es lohnt sich, kurz nachzusehen, bevor der Sack im Kofferraum liegen bleibt.
Ein paar Baumwollstücke als Putzlappen sind praktisch — beim Streichen, beim Auto, wenn etwas ausläuft. Leg dafür eine begrenzte Kiste an einen festen Ort. Ohne Grenze wird aus dem Lappenvorrat einfach der nächste Stapel.
Wenn es geklärt ist
Dann sieht der Wäscheschrank unspektakulär aus: zwei, drei saubere Stapel, die Tür geht ohne Druck zu, und du weißt aus dem Kopf, was drin ist. Es ist keine Leistung, sondern nur der Punkt, an dem der Schrank aufhört, ein Lager zu sein, und wieder ein Ort wird, aus dem man etwas herausnimmt.