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Kinderkleidung, aus der dein Kind herausgewachsen ist

Kinderkleidung geht fast nie kaputt. Sie passt nur irgendwann nicht mehr, und zwar viel früher, als der Stoff es verdient hätte. Deshalb entsteht in jedem Haushalt mit Kindern ein Stapel, der aus lauter gut erhaltenen Sachen besteht — und genau das macht ihn so schwer aufzulösen. Wegwerfen wäre falsch, Behalten bringt nichts, und für alles andere braucht es einen Weg.

Zwei Größen pro Jahr, und niemand hat etwas falsch gemacht

In den ersten Jahren wechselt die Größe alle paar Monate. Gleichzeitig kommt ständig Nachschub: von den Großeltern, aus einer Tüte, die dir jemand aus der Kita mitgegeben hat, und aus dem eigenen Einkauf. Es geht mehr hinein als heraus, und was zu klein ist, landet erst auf dem Stuhl, dann in einer Tüte im Flur und schließlich im Kellerabteil.

Wenn dort inzwischen vier Kisten stehen, sagt das nichts über dich aus. Es sagt nur, dass der Zufluss organisiert war und der Abfluss nie. Das lässt sich ändern, ohne dass daraus ein Projekt wird.

Nach Größe sortieren, nicht nach Gefühl

Wer Stück für Stück entscheidet, bleibt an der Latzhose vom ersten Sommer hängen und macht die Kiste nach zwanzig Minuten wieder zu. Es geht schneller, wenn du eine komplette Größe auf den Boden kippst und nur drei Stapel bildest: einwandfrei und für andere brauchbar, kaputt oder verfleckt, und — ausdrücklich erlaubt — behalten, ohne Begründung.

Der dritte Stapel darf existieren. Er sollte nur klein bleiben, sonst ist er wieder eine Kiste. Und alles, was dich länger als ein paar Sekunden aufhält, legst du beiseite und schaust am Ende noch einmal drauf. Dann fällt es leichter, weil der Rest schon geklärt ist.

Der Basar ist der kürzeste Weg

Kinderbasare, veranstaltet von Kirchengemeinden, Kitas, Elterninitiativen oder Fördervereinen, sind in vielen Orten zweimal im Jahr der eigentliche Umschlagplatz für Kinderkleidung. Du bekommst eine Verkäufernummer, hängst deine Sachen mit Preisschildern ein, holst am Abend das Unverkaufte ab, und ein Teil des Erlöses bleibt beim Veranstalter.

Der Vorteil ist der Zeitaufwand: eine Vorbereitung, zwei Wege, fertig — statt dreißig einzelner Verkäufe. Termine hängen oft am schwarzen Brett der Kita, in der Gemeinde oder auf der Seite deiner Kommune, und sie werden früh gebucht. Viele Basare nehmen ausdrücklich nur saubere, ganze Sachen der laufenden Saison an, was für alle Beteiligten sinnvoll ist.

Verkaufen: was sich lohnt und was nicht

Über Kleinanzeigen laufen Größenpakete am besten: zehn Teile einer Größe, nach Jahreszeit sortiert, ein Preis, Abholung. Einzelne Bodys oder T-Shirts einzustellen kostet mehr Zeit, als sie einbringen. Bei Vinted funktioniert der Versand gut für Markensachen, Jacken, Schuhe und alles, wonach Leute mit einem Namen suchen.

Was zuverlässig weggeht: Winterjacken, Matschhosen, Schneeanzüge, Gummistiefel, Fahrradhelme in gutem Zustand, Sportsachen, Kostüme. Was liegen bleibt: einfarbige Basics und alles, was neu ohnehin wenig kostet. Rechne den Aufwand ehrlich mit — sich für Spenden zu entscheiden, weil der Verkauf sich nicht lohnt, ist keine Bequemlichkeit, sondern ein Ergebnis.

Spenden, weitergeben, und was mit Kaputtem passiert

Kleiderläden und Kleiderkammern, etwa vom DRK, von der Caritas oder der Diakonie, sowie Sozialkaufhäuser geben Sachen direkt an Familien weiter. Dort gilt praktisch überall: sauber, ganz, vollständig, und am besten passend zur Jahreszeit. Ein kurzer Anruf vorher spart dir eine Fahrt, denn manche Stellen sind zeitweise voll und suchen genau dann etwas ganz anderes.

Der kürzeste Weg führt oft über Leute, die du kennst. Kitas nehmen häufig Wechselsachen, Nachbarn mit jüngeren Kindern freuen sich über eine Tüte — mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass sie aussortieren dürfen, was ihnen nicht passt. Sonst gibst du dein Problem nur weiter.

Was Löcher hat, verfärbt oder ausgeleiert ist, gehört nicht in die Spende, sondern in den Altkleidercontainer. Viele Container nehmen auch nicht mehr tragbare Textilien an, sofern sie sauber, trocken und in einem geschlossenen Sack sind — verbindlich ist aber immer der Aushang am Container beziehungsweise die Auskunft deiner Kommune, weil sich die Regeln regional unterscheiden.

Aufheben für das nächste Kind — aber wie

Die nächste Größe aufzuheben ist sinnvoll, wenn ein jüngeres Geschwisterkind da oder unterwegs ist. Fünf Größen im Voraus aufzuheben ist es selten: In einem feuchten Kellerabteil bekommt Baumwolle Stockflecken, unterm Dach vergilbt sie, und Gummizüge werden hart.

Eine geschlossene Kiste pro Größe, beschriftet, nicht direkt auf den Boden gestellt, reicht völlig. Schreib dir irgendwo auf, was drin ist — der häufigste Grund, warum eine solche Kiste nie wieder geöffnet wird, ist schlicht, dass man vergessen hat, dass es sie gibt.

Und die drei, vier Stücke, an denen wirklich etwas hängt — der erste Strampler, das Kleid vom Sommer am Meer — darfst du ohne jede Rechtfertigung behalten. Sie passen in einen Schuhkarton und stören niemanden.